4 Monate Schwestern-Sein

Bist Du eifersüchtig?

Na klar bin ich das. Ginge es Euch etwa anders, wenn Eure Mama ständig mit dem Babylein beschäftigt ist und dabei ganz vergisst, dass Ihr auch noch da seid? Zwar kann sich mein Schwesterlein mittlerweile schon für ein paar Minuten gut alleine beschäftigen, sich auf den Bauch rollen und dann recht bald zornig werden, weil es von da nicht weitergeht, aber meistens braucht die Kleine doch recht viel Unterhaltung. Denn blöderweise schläft sie tagsüber nicht mehr viel und will ständig gekuschelt werden.

Das stört mich ja gar nicht, dass Mama mit der Kleinen so viel kuschelt. Was mich allerdings nervt ist, dass Mama mit der Kleinen am Arm eine so schlechte Spielerin geworden ist. Sie jammert schon, wenn sie 2x hintereinander in das imaginäre Rettungsauto einsteigen muss oder mit mir Verbrecher jagt. Mein Schwesterlein ist da leider auch noch nicht so ganz bei der Sache. 

Dabei möchte ich soo gerne schon richtig mit ihr spielen und am liebsten den ganzen Tag bei ihr sein. Deshalb bin ich gerade auch vom Kindergarten nicht so richtig begeistert. Seit da die neuen kleinen Kinder rumtigern, die ich noch nicht gut kenne und die zudem ständig gewickelt werden müssen, finde ich nämlich, dass mir meine Lieblingskindergärtnerin viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkt. Mühsam ist das, ich sage es Euch.

Zuhause bin ich zwar auch nicht mehr der einzige Star, aber immerhin lässt sich Mamas Aufmerksamkeit leichter auf mich lenken. Ein Wutausbruch da, das Joghurt im Gesicht dort – meine nasse Unterhose oder die ausgespuckte Birne auf der Couch. Mama lässt sich so leicht aus der Ruhe bringen, seit die Babyschwester bei uns lebt. Seltsam ist das, seltsam.

Dabei mache ich das doch alles nicht mit Absicht. Meine Hormone spielen nun einmal verrückt. Wenn ich wütend bin, dann lasse ich es eben raus. Das ist genau dasselbe, als wenn ich lustig bin – nur eben anders rum. Außerdem habe ich mir das Grantig-Sein von Mama abgeschaut. Sie redet auch dauernd davon, dass sie grantig ist, weil sie viel zu wenig schläft, weil das Babylein sie ständig aufweckt. Nun ja, da kann ich ja nichts dafür. Meist hebt sich ihre Laune aber, wenn ich ihr eine kurze Pause gönne und sie tassenweise Kaffee trinkt und kiloweise Kekse futtert. Davon kriege ich zumindest auch immer eine kleine Ration ab, ein positiver Aspekt.

Das Schöne an meinen und Mamas Launen ist aber, dass wir uns nach jeder auch noch so wilden Auseinandersetzung immer wieder versöhnen. Spätestens abends, wenn Mama und ich im Bett kuscheln, sind die Streitereien des Tages vergessen. Und ja: Mit Papa bin ich klarerweise auch immer wieder mal im Clinch. Meist renne ich dann zu Mama und hoffe, dass sie sich auf meine Seite schlägt. Tut sie allerdings meistens nicht, blöderweise. Deshalb hoffe ich so auf mein kleines Schwesterlein, dass sie mich bei meinen Vorhaben und Plänen bald einmal tatkräftig unterstützt, denn dann heißt es: 2 gegen 2. Mal sehen, wie Mama und Papa mit dieser geballten Mädchenpower umgehen werden.

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