10 Wochen Schwestern-Sein

Allmählich wird es ein bisschen lustiger mit meinem Schwesterlein, allmählich kann ich sogar ein bisschen mit ihr spielen.

Denn seit die Kleine noch andere Dinge im Kopf hat außer Schlafen, Trinken und Gewickeltwerden wird sie mir immer sympathischer. Deshalb habe ich ihr auch schon mal meine Bären vorgestellt und versprochen, dass sie mit all meinen anderen Spielsachen spielen darf, wenn sie erst einmal groß ist. Inzwischen spiele ich mir ihr „Puppe“, decke sie zu, wenn ihr kalt ist, ziehe ihr die Socken an, schaukle sie in ihrer Wippe und singe ihr meine Lieblingslieder vor. Wie Ihr also seht: Ich bin eine große Schwester zum Vorzeigen.

Mama meint zwar, ich wäre ein wenig eifersüchtig und würde immer Aufmerksamkeit brauchen, wenn die Kleine gerade gestillt, gewickelt oder zum Schlafen gebracht wird, aber da irrt sich Mama gewaltig. Ich brauche nämlich immer Aufmerksamkeit, rund um die Uhr. Schließlich bin ich ja die Große und mitten in der schwierigen Phase der Entthronung. Eh klar, dass das kleine Babylein da an zweiter Stelle kommen und ein wenig warten muss. Oder was meint Ihr?

Warten ist nämlich so gar nicht meine Stärke. Neben dem Warten mag ich es aber auch so gar nicht, wenn Mama oder sonst jemand nicht das tut, was ich will. Das macht mich ganz rasend, wenn mich zB. Mama anstatt Papa wickeln will, der Honig in meinem Frühstücksporridge fehlt oder Mama mir die falsche Kappe aufsetzt. Ständig muss ich mich über solche Dinge ärgern. Das ist ganz schön anstrengend.

Dabei könnte man ja meinen, dass ich derzeit wenig Grund zum Ärger habe. In den letzten heißen Wochen war ich nämlich auf Urlaub bei der Omi, bin dort von mehreren Erwachsenen liebevoll umhätschelt worden, war viel im Planschbecken unterwegs, habe mit meinem großen Cousin Verbrecherjagd gespielt und endlich in einem richtigen Feuerwehrauto gesessen. Das war schon toll. Und der nächste Urlaub steht auch schon bevor.

Bevor es aber zu Oma und Opa nach Vorarlberg geht, schaue ich wieder mal gerne im Kindergarten vorbei und mag es am liebsten, mich mit Mama und der Kleinen am Spielplatz oder zuhause durch den Nachmittag zu spielen. Da Papa am Wochenende ständig unterwegs sein möchte und einen Ausflug nach dem nächsten plant, tut es zwischendurch gut, einfach mal nix zu tun und mit meinen Stofftieren Krankenhaus zu spielen oder mit Lego das Omi-Haus nachzubauen. „Die Zeit der Rollenspiele ist gekommen“, jammert Mama, obwohl sie das an sich gerne macht. Nur ist sie meist zu müde dafür und starrt spätestens ab 17.00 Uhr gedankenverloren „ins Narrenkasterl“. Schade. Also kleine Schwester: Mach mir bitte die Freude und hör auf damit, Mama in der Nacht immer aufzuwecken, damit ich wieder ordentlich mit ihr spielen kann. Aber flott!

 

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