Aufstand im Kindergarten?

Der Kindergarten, eine Institution, die vielen Eltern mitunter schon vor der Geburt Kopfzerbrechen bereitet und bei einigen Kindern die ersten Trennungsschmerzen verursacht. Der Kindergarten ist aber oft auch der Ort, wo Kinder die ersten sozialen Kontakte knüpfen, in Gesellschaft basteln, spielen und singen und überhaupt einen Großteil ihrer frühen Kindheit verbringen.

Kein Wunder also, dass die Wahl des passenden Kindergartens oder auch einer Tagesmutter/Krippe gehörig überdacht gehört und nicht immer einfach ist.

Bei uns in Wien war ich bereits mit dem städtischen Kindergarten in Ottakring sehr zufrieden und war in den letzten Wochen nach unserem Umzug sehr gerne bei der Eingewöhnung der Kleinen in den neuen – wieder öffentlichen – Kindergarten dabei. Nicht zum ersten Mal habe ich beim Dabeisein festgestellt, welch tollen Job die PädagogInnen und AssistentInnen hier leisten. Einen Job, der gesellschaftlich immer noch viel zu wenig wertgeschätzt und gehaltstechnisch zu gering entlohnt wird.

Das sehe nicht nur ich so. In dem Buch „Die Rotzlöffel-Republik“ von Tanja Leitsch und Susanne Schneider schreiben die beiden Autorinnen über ihre Erfahrungen u.a. als Pädagogin, Kita-Leiterin, Coach und Referentin in der Erwachsenenbildung. Dabei kommen die Randbedingungen und das Arbeitsumfeld allerdings nicht besonders gut weg.

Die Situation in den Kindergärten in Deutschland schildern die beiden als herausfordernd, weil zB. die Erwartungen der Eltern an die ErzieherInnen laufend steigen, die persönliche Gesundheit der PädagogInnen im Kindergartenalltag oft zu kurz kommt und in großen Kindergruppen gar nicht auf die einzelnen Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden kann. Neben der Lärmbelastung und dem ständigen Kontakt zu „kränkelnden“ Kindern ist es auch die psychische Belastung und die große Verantwortung für die kleinen Lebewesen, die bei KindergärtnerInnen über längeren Zeitraum zu einem Burn-out führen können. Gleichzeitig zeigen Eltern nicht immer Verständnis für die Schwierigkeiten der PädagogInnen, die diese mit ihren Kinder haben. Wenn Kinder von Beginn an antiautoritär und in Watte gepackt erzogen werden und heranwachsen, fällt es außer Haus mitunter schwer, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und sich an Regeln zu halten, die es zuhause nie geben würde.

Abgesehen davon, dass sich ErzieherInnen die Eltern (und auch die Kinder) nicht aussuchen können – schließlich können auch BüromitarbeiterInnen bei der Auswahl ihrer KollegInnen nicht mitentscheiden – halte ich das „Gejammere“ und die Forderungen der beiden AutorInnen in dem Buch allerdings für begründet. So schlagen sie zB. kleinere Gruppen, größere Räume, längere Erholungszeiten und ein faires Gehalt vor, um den Arbeitsalltag von ErzieherInnen zu erleichtern und das Berufsbild generell attraktiver zu gestalten.

Fazit: Ich denke auch, dass der Staat seiner Verpflichtung nachgehen sollte, mehr finanzielle Mittel in den Ausbau der frühen Kinderbetreuung und in das dazu notwendige Personal stecken sollte. Schließlich geht es hier um das Heranwachsen der jüngsten Generation, für die im Kindergarten die Grundpfeiler für die weitere Entwicklung gelegt werden. Beispiele, wie das Ganze zufriedenstellend klappen und aussehen könnte, gibt es hier und hier nachzulesen.

Wie seht ihr das? Seid ihr zufrieden mit der Situation in den Kindergärten bzw. Kitas?

Zur Verfügung gestellt vom Ecowin Verlag

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