Wie viel Spielzeug braucht ein Kleinkind?

Wie viel Spielzeug braucht ein Kleinkind?

Eine Frage, welche die Spielzeugindustrie anders beantworten wird als treue Montessori und Walddorf-AnhängerInnen. Eine Frage, mit der Eltern früher oder später konfrontiert werden, wenn das Kind zu Weihnachten oder zum Geburtstag wieder mit einem Berg an Spielzeug zugeschaufelt wird.

Meine persönliche Meinung zu der Frage: Ich bin kein Fan von einem „Zu viel“ an Spielsachen. Allein schon deshalb, weil ich es nicht mag, wenn im Kinder- oder Wohnzimmer zu viel Zeux herumliegt. Deshalb lebt unsere Kleine in einem (unserer Meinung nach) beschränkten Spieleparadies, in dem ihr bis dato allerdings nicht langweilig geworden ist. Leider ist es sogar eher so, dass mir beim -xten Mal Puzzlespielen desselben Puzzles allmählich die Puste und die Lust aus- bzw. vergehen.

Jedenfalls möchte ich Euch hier unsere Spiel- und Kinderbeschäftigungsklassiker vorstellen, die fast täglich zum Einsatz kommen:

  • Lego Duplo: Ob für kreative Bauprojekte, Rollenspiele oder simple Farbsortierübungen. Lego ist derartig vielseitig, dass wir mittlerweile sogar eine richtig große Kiste davon besitzen.
  • Kapla Steine: Die farblos aussehenden Holzsteine haben es in sich. Je nach Kreativität und Ausdauer lassen sich daraus herrliche Bauwerke erstellen. Papa ist übrigens ein Meister darin. Kleinere MeisterInnen verwenden die Kapla Steine gerne zum Straßen- oder Hüttenbauen. Besonders angesagt sind bei uns derzeit Garagen aus Kapla-Steinen.
  • Autos: Damit spielen Kinder stundenlang. Mittlerweile auch Mädchen 😉
  • Die Babypuppe… hat die Kleine so richtig ins Herz geschlossen und kutschiert sie rührend im Kinderwagen herum, füttert sie oder wiegt sie in den Schlaf. Ob als Vorbereitung auf ein Geschwisterkind oder einfach nur so: Etwas Kleines, auf das man aufpassen kann, finden Kinder meist richtig toll. Wobei derzeit auch Teddy und Hase schnell mal zum Baby mutieren.

  • Stifte aller Art und ein leeres Blatt… zählen zwar nicht zum „richtigen“ Spielzeug, sind aber ideal, um gemütlich den Tag auszuklingen zu lassen. Ich male gerne das, was wir den Tag über erlebt haben. Die Kleine malt aktuell am liebsten alles an, was ich male. So haben wir beide etwas davon.
  • Stofftiere: Davon besitzen wir allerdings viel zu viel. Nur: Wer kann sich schon von einem traurig dreinblickenden Küken oder einem zuckersüßen Schäfchen trennen? Also beherbergen wir mittlerweile rund 20 Stofftiere, darunter vor allem Bären. Jedes Tier trägt einen Namen und darf abwechselnd zum Spielen in das Wohnzimmer oder mit auf einen Ausflug.

  • Puzzles: Ich habe es schon erwähnt. Die Kleine kann beim Puzzlen sehr ausdauernd sein. Ich finde es toll, dass sie dabei so zur Ruhe kommt und einen irrsinnigen Ehrgeiz entwickelt. Allerdings genügen uns da 2-3 Varianten.

Seit Neuestem verfügen wir übrigens über eine DIY-Spielküche, gegen die wir uns lange gesträubt haben. Die neue Küche wurde ratzfatz aus Umzugskartons gezimmert und mit den richtig tollen Stickern von Badala aufgemotzt. Es fehlen jetzt noch ein paar Töpfe, Pfannen und Lebensmittel, aber auch so findet die Kleine schon richtig Gefallen an der neuen Installation. Ich bin mal gespannt, wielange…

Zur Verfügung gestellt von Badala

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Zu dem Thema „Wie viel Spielzeug braucht ein Kleinkind?“ habe ich übrigens auch die (u.a. Pikler-) Pädagogin Karin Vrbecky befragt, bei der die Kleine und ich während der Babyzeit unsere Auszeiten im Spielraum (siehe http://www.spielraum-praxis.at) genossen haben.

Sie meint, dass ein Kleinkind Gegenstände liebt, mit denen es frei hantieren kann/darf und die sich zum Ein- und Ausräumen, Sammeln und Stapeln eignen. Diese Gegenstände können in verschiedenen Größen, Materialien und Schwere angeboten werden wie z.B. kleine Schüsselchen oder ein großer Wäschekorb, unterschiedliche Schüsseln, Puddingbecher und Kübel zum Stapeln. Dabei soll sich das Kleinkind mit den Gegenständen beschäftigen dürfen, die auch Erwachsenen verwenden, da die „echte“ Welt sehr oft interessanter ist als die „Spielsachen“.

Nicht fehlen sollten ab ca. 20 Monaten auch ein eigenes Täschchen oder Rucksack sowie Bälle, Tücher und andere Spielsachen, die nicht unbedingt gleich einen bestimmten Zweck haben.

Für erste Rollenspiele können neben der oben genannten Spielküche auch eine Art Bettchen für Puppen oder Stofftiere aufgestellt werden, das sich zB. gut aus Schachteln oder Körbchen zusammenstellen lässt. Manche Kinder mögen auch einen kleinen Wäscheständer, um selbst echte nasse Wäsche aufzuhängen. Außerdem sind auch Puppenbuggys sehr beliebt. Einen solchen aber bitte erst anbieten, wenn die Kinder eigenständig sicher gehen können.

Beim Spielzeug generell sollte man beachten, dass Kinder so manche Sachen echt lieb gewinnen. Daher sollten diese Spielsachen im Zuge von Spielzeugdezimierung nicht wegkommen, da sich Kinder mit diesen Sachen sehr verbinden können. Ein guter Tipp ist nicht mehr Spielsachen anzubieten, als man als Elternteil am Abend gerne wieder in Ordnung bringt.

Und worauf lässt sich getrost verzichten?

Wippen, Lauflernwagen Spielebögen, Mobiles, da sie Bewegungsmöglichkeiten des Kindes einschränken. Weniger zu empfehlen sind auch Spielsachen, auf die man drauf drückt und die dann etwas ganz von selber machen. Ein Zuviel schadet dann, wenn Kinder im Überfluss nicht mehr spielen können und wenn das Spielzeug keine Kreativität mehr zulässt. Der Vorteil von weniger Spielsachen ist dann, dass das Interesse des Kindes an der Umwelt groß bleibt und eine vertiefte Beschäftigung eher möglich ist. Gerade Wiederholungen beim Spielen sind fürs Kind extrem wichtig und es genießt sie sehr. Es wiederholt so lange, bis es satt ist. Das spielt auch für die Gehirnentwicklung eine große Rolle.

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Na dann, auf in die nächste Puzzle-Runde…

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