Das Baby und die Tagesmutter

Tagesmutter

Das Baby ist mittlerweile schon 3x die Woche vormittags bei der Tagesmutter, während ich entweder arbeite oder mir die Zeit mit Zahnarztbesuchen, Putzen oder mit dem Blog vertreibe. Begonnen hat die ganze Sache mit der Fremdbetreuung bereits, als das Baby 4 Monate alt war, und hat sich mit der Zeit eigentlich recht gut eingespielt.

Aber was heißt nun „eigentlich“?

Nun ja: Geplant war es nicht unbedingt, dass ich so bald wieder arbeiten werde. Vor der Geburt war ich aber noch so im Arbeitstaumel und wild darauf aus, schnellstmöglich wieder ins Arbeitsleben einzusteigen, dass ich mal bei einigen Tagesmüttern angefragt habe, ob Sie denn einen freien Platz hätten. Und dann hat sich doch tatsächlich eine gemeldet, die mir auf Anhieb sympathisch war.

Also habe ich mir geschwind eine geringfügige Beschäftigung gesucht, damit das Experiment mit der Tagesmutter starten konnte. Zu Beginn war mir schon sehr mulmig zumute. Ich habe ständig auf die Uhr gesehen und die Zeit herbeigesehnt, dass ich meine Kleine wieder abholen kann. Dabei hat die Eingewöhnung super geklappt: Das Baby war von der Tagesmutter, deren Räumlichkeiten und den anderen Kindern von Beginn an sehr angetan und hat auch bis dato bei der Übergabe und beim Abholen nie geweint.

Im Dezember war ich dann aber knapp davor, die Tagesmutter und den Job sausen zu lassen, weil alles zusammen ein wenig stressig war – für mich und für das Baby. Warum? Das Baby hatte Probleme beim Einschlafen (aber die gab/gibt es nicht nur bei der Tagesmutter) und hat viel geweint, bevor es in den Schlaf fand. Es hatte nämlich plötzlich die Angewohnheit, um 5 Uhr aufzustehen und gegen 8.30 wieder einzuschlafen: genau dann, wenn es der Tagesmutter übergeben werden soll. Eh klar, dass es da grantig reagiert hat, wenn es nicht sofort in den Schlaf gefüttert werden konnte… 

In der Zeit hatte ich ein sehr schlechtes Gewissen, was ich meiner kleinen Maus da zumute. In den letzten Wochen haben sich der Schlafrhythmus und die Schlafprobleme allerdings wieder minimiert, sodass ich das Baby mit einem guten Gefühl in fremde Obhut gebe. Fremdeln tut das Baby bei der Tagesmutter immer noch nicht (es hat bis dato aber ohnehin kaum gefremdelt). Es ist sogar so, dass die Kleine beim Abholen kaum von den dortigen Spielzeugen und den anderen Kindern wegzubringen ist, was ich mal als gutes Zeichen sehe.

Ich kann mich während der Zeit ohne dem Baby also wieder voll aufs Arbeiten bzw. sonstige Dinge konzentrieren und freue mich irrsinnig, wenn ich die Kleine hinterher wieder voll für mich habe. Jetzt denke ich, dass es die richtige Entscheidung war, das Baby so früh „freizulassen“, auch wenn es mir nicht immer leicht fiel. Aber das Loslassen wäre wahrscheinlich auch nicht einfacher, wenn die Kleine 1 Jahr oder älter gewesen wäre. Und was ich noch beobachten konnte: Das Baby ist ein sehr offener und geselliger Typ, vielseitig interessiert, begeistert von allen Menschen unter 1 Meter, kann sich gegenüber größeren Kindern gut durchsetzen und ist seit Neuestem wieder fast immer gut gelaunt. Also so schlimm kann die Fremdbetreuung nicht sein – aber das ist meine Meinung.

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2 Kommentare

  1. Hallo Julia,
    danke für den spannenden Text! Das kommt bald auch auf mich zu. Unser Zwerg ist fast 7 Monate alt und wir haben ab Sommer einen Halbtags-Kita-Platz. Mir ist auch etwas mulmig… Aber wahrscheinlich ist die Trennung für mich schlimmer als für Benjamin! 🙂
    Alles Gute und Gruß aus den USA!

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    • Hallo Nancy,
      wahrscheinlich 🙂 aber er ist viel Gewohnheit; wenn sich die neue Situation erst mal eingespielt hat, wird das schon 😉 Lg aus Wien, Julia

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