BLW für Anfänger

BLW

Seit dem 5. Monat bekommt das Baby Beikost in Form von Brei, von dem es mal mehr und dann wieder weniger begeistert war. In den letzten Wochen während unseres Weihnachtsurlaubes kamen nur Fertigbreie auf den Tisch, was dem Baby so gar nicht gepasst hat. Selbst gekocht (nach den Rezepten aus “Kochen für Babys”) schmeckt halt doch am besten.

Und das selbst Gekochte isst das Baby seit der „Hipp-Kur“ wieder recht ordentlich – wer hätte das gedacht? Zuvor fand das Baby die Gemüse-Fleisch-Breie grundsätzlich ok, die Obst-Getreide-Breie mochte es fast immer, aber an den Milch-Getreide-Brei habe ich das Baby immer noch nicht gewöhnen können. Also dann halt nicht.

Stattdessen habe ich abends angefangen, das Baby selber essen zu lassen und folge da dem sogenannten „BLW“-Ansatz“. BLW steht für „Baby Led Weaning“ und meint nichts anderes als das Baby selbst entscheiden zu lassen, was es isst oder eben nicht. Das Baby soll sich also selbst füttern, was mit Fingerfood am besten funktioniert. Klingt praktisch, oder nicht?

Als BLW-Anfänger hat es zunächst gedünstetes Gemüse und Fleisch in Streifen bekommen. Da war es ungefähr 7,5 Monate alt. Und siehe da: Das Baby war fasziniert von allem, was ich ihm auf sein Tischchen legte: Gegrillte Zucchinischeiben, Kürbis aus dem Backrohr, gedämpfte Kartoffeln und Pastinaken, Grießschnitten, Mais-Stangerl, gedünstete Apfelschnitze, Brot… Plötzlich fand das Baby alles toll, was ich ihm zu essen vorsetzte.

Seither praktizieren wir eine gesunde Mischkost, d.h. das Baby bekommt mittags weiterhin den Brei mit gedünstetem Obst als Dessert zum selber essen, wird nachmittags meist mit dem Obst-Getreide-Brei gefüttert und darf abends alleine zulangen. Da es hinterher immer noch Muttermilch gibt, geht es gar nicht so darum, dass das Baby beim Abendessen satt wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es mir wichtig, dass das Baby Spaß am Essen und am Ausprobieren der verschiedenen Nahrungsmittel hat. Allerdings bringt das BLW jetzt schon angenehme Vorteile mit sich:

  • Abends ist das Baby meist eh schon zu müde für wilde Spiele und kann beim konzentrierten Saugen und Knabbern an diversen Fressalien herrlich zur Ruhe kommen
  • Die Mama kann daneben auch endlich mal ungestört essen, meist sogar das, was das Baby auch isst – halt nur ein bisschen mehr gewürzt
  • Und es macht die Mama ein klein bisschen stolz dabei zuzusehen, wie das kleine Puzi-Baby Tag für Tag geschickter wird und immer mehr wie eine Große isst

Nachteil des BLW ist sicher

  • dass das Baby beim Essen nach wie vor sehr herumpatzt und hinterher geputzt werden muss
  • dass die Mama kochen muss, ob sie jetzt mag oder nicht
  • dass damit keine Mahlzeit ersetzt werden kann, zumindest nicht so rasch wie bei den Brei-Mahlzeiten
  • dass das Baby seither beim „Gefüttert werden“ ein wenig bockig reagiert. Dann drücke ich ihm ganz schnell einen Löffel in die Hand und es hat zumindest das Gefühl, selber zu essen. So leicht lässt sich ein Baby austricksen 😉

Tipp: Als Einstieg in dieses Thema empfiehlt sich das Buch „Einmal breifrei, bitte“ von Loretta Stern und Eva Nagy  – ein weiterführendes Kochbuch für den Essensalltag mit Baby ist „Das breifrei! Kochbuch“.

Bildrechte: mylovelylittlelunchbox.com via Pinterest

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2 Kommentare

  1. Hallo, das klingt prima bei Euch. Bei uns „isst“ die Minimaus am Tisch auch alles mit, was die Großen auch essen. Das kam schon automatisch so, weil sie es bei den Geschwistern sieht und dann auch haben will. Bei uns sieht das so aus, dass Minimaus alles zermatscht, daran herumsaugt und auch ab und zu mal etwas in den Mund steckt. Das meiste landet allerdings noch auf der Kleidung und dem Boden und satt wird sie davon noch lange nicht. Aber sie übt und kostet und kommt auf den Geschmack. Bei uns ist nur anders, dass wir ansonsten durchaus Fertigbreie füttern (mir fehlt einfach die Lust zum Kochen) oder Milch- Getreidebreie anrühren. Ansonsten bekommt sie das vom Familientisch in die Hand, was sie schon vertragen und „handeln“ kann. Wir kochen, dünsten oder dämpfen da nicht extra etwas. „Asche auf mein Haupt“, aber dazu bin ich abends einfach zu k.o. Hört sich aber prima an bei Euch und viel Spaß weiterhin. 🙂 Lieben Gruß, Martamam

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    • Hej, das klingt ja auch sehr amüsant. In Frankreich essen die Babys angeblich auch schon alles (Weichkäse, Artischocken, Bohnen) – von daher sehe ich das alles auch ein wenig lockerer. Verstehe, dass Du nicht allzu viel Zeit mit Kochen verbringen möchtest. Ich mache es ja u.a. deshalb, damit ich auch etwas Ordentliches in den Magen bekomme, koche sehr viel vor und friere es dann ein. Derzeit isst die Kleine aber ohnehin am liebsten Brot – mit Saugen, Kauen, Herumschmeissen… ist sie da an die 30 Minuten beschäftigt. Schön ist das 😉 Lg

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