Die Geburt

Die Geburt

Über dieses Großereignis könnte ich seitenweise berichten… werde aber versuchen, mich kurz zu fassen.

Los ging es Montag morgens, als ich bemerkte, dass ich etwas undefinierbare Flüssigkeit verloren habe, mir aber vorerst nicht viel dabei gedacht habe. Außerdem wollte ich mir an diesem Tag noch die Schiene für das Karpaltunnelsyndrom besorgen und mir ein paar neue Bücher ausborgen. Ich hatte also noch einiges vor. Tagsüber habe ich aber beobachtet, dass ich leicht „tropfe“ und war gegen Abend dann doch ein wenig besorgt. Was, wenn das Fruchtwasser war?

Also ging es ab ins Krankenhaus, wo dann auch recht bald klar war, dass es sich tatsächlich um Fruchtwasser handelte und die Fruchtblase wohl eingerissen war. Also ab an den Antibiotika-Pfropf, um Infektionen vorzubeugen und…

Ich sollte es mir im Spital gleich mal gemütlich machen und abwarten, ob denn nun bald erste Anzeichen von Wehen eintreten. In der Nacht hatte ich dann auch bereits leichte Regelschmerzen, aber das war es dann schon wieder.

Dienstags um 8.00 Uhr stand der Mann im Krankenhaus bereit, aber noch sah es nicht so aus, als ob es bald losgehen würde. Bei Blasensprung wird nach 24h normalerweise eingeleitet, aber ich hatte Glück, dass man mir damit keinen Stress gemacht hat. Gegen 10.00 Uhr kam meine Wahlhebamme vorbei, um mich zu untersuchen. Am Muttermund hatte sich leider kaum etwas getan (1 cm), aber nach Rücksprache mit der Oberärztin entschied sich die Hebamme vorerst für Akupunktur und einen Einlauf, um die Wehen in Gang zu bringen. Das Baby hatte zu diesem Zeitpunkt noch ihren Arm vor dem Gesicht, was bei der Geburt eventuell ein Hindernis werden könnte. Solange es nicht die Nabelschnur ist, kein Problem. Noch war ich relativ entspannt.

Gegen 11.00 Uhr habe ich mich von der Hebamme wieder verabschiedet. Wir sind so verblieben, dass ich mich bei ihr melde, wenn es richtig losgeht. Ich ging also zurück ins Zimmer bzw. regelmäßig auf die Toilette (der Einlauf) und wollte ein bisschen Schlaf nachholen. Und dann ging es los. Mit der Hebamme habe ich in den kommenden Stunden via SMS korrespondiert:

12:38: Es wird schlimmer bzw. intensiver, aber es geht.

13:22: Kannst Du bitte kommen? Es wird allmählich ungemütlich.

Dann habe ich den Mann angerufen, der mich gegen 14.00 Uhr in einer animalisch anmutenden Haltung auf dem Bett gefunden hat. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon in einer Art Delirium und kann mich nicht mehr an viel erinnern. Die Schmerzen waren arg, das Aus- und Einatmen brachte gar nichts. Die Hebammen im Spital bekamen nun auch mit, dass es bei mir schon heiß hergeht und forderten mich auf, nun endlich in den Kreißsaal zu kommen.

Außerdem versprach man mir ein Schmerzmittel – das hat mich motiviert. Aber zuvor wurde wieder untersucht, das Ergebnis lautete: 8 cm. Wow, die nächste Motivationsspritze. Ich hatte nur mehr 2 cm bis zum Ziel. Ab jetzt ging es aufwärts. Ich bekam ein leichtes Schmerzmittel, meine Hebamme trudelte ein und brachte mich zum „Tönen“. Mit einem tönenden „Ahh…“, mal lauter, leiser, gequälter, gepresster… übernahm ich ab sofort jede Wehe mit „Leichtigkeit“ und hatte damit wieder die Oberhand über meinen Körper. Ein unglaubliches Gefühl.

Die Presswehen habe ich dann nicht mehr als „schlimm“ erlebt. Die Schmerzen im Rücken zum Schluss waren zwar äußerst unangenehm, aber die Aussicht, mein kleines Baby bald in den Armen zu halten, trieb mich zu Höchstleistungen an. Nach intensivem Pressen und lautstarkem Tönen in unterschiedlichen Positionen war es dann endlich soweit, als unser kleines Töchterlein um 16:55 Uhr mit einer Körperlänge von 51 cm und rund 3400 g das Licht der Welt erblickt hat. Und das Gefühl hinterher ist unbeschreiblich, einfach geil 😉

PS: Die Playlist für den Kreißsaal lief natürlich im Hintergrund, hat mich auch ein wenig abgelenkt, aber die Musik war einfach zu leise. Man darf sich von Krankenhäusern nun mal keine Top-Sound-Anlage erwarten 😉

PPS: Noch mehr positive Geburtserlebnisse findest Du übrigens hier.

 

 

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